Pläne der Bundesregierung zur Kürzung der Solarförderung sorgen für Aufatmen bei den Stromkonzernen

Die von Bun­des­um­welt­mi­nis­ter Rött­gen (CDU) und Wirt­schafts­mi­nis­ter Röss­ler (FDP) vor­ge­schla­ge­nen Ände­run­gen zur Solar­för­de­rung sind aus Sicht der Bran­chen­ver­bände unaus­ge­reift und nicht annehm­bar. So sind zum März 2012 Kür­zun­gen im Bereich von 20–29% gegen­über der bis­her gel­ten­den För­de­rung, die schon zum Jah­res­wech­sel um 15 % gesun­ken ist, geplant. Dar­über­hin­aus ist eine monat­li­che Degres­sion von 0,15 Cent je Kilo­watt­stunde geplant, so dass die gesamte Kür­zung der Ein­spei­se­ver­gü­tung für Photovolaik-Anlagen bin­nen Jah­res­frist 25,7 % bis 33,7 %, je nach Anla­gen­grösse, betra­gen wird. Dane­ben sol­len künf­tig nur noch 85% bei klei­nen Anla­gen und  bei grös­se­ren Solar­an­la­gen 90% des Solar­stroms eine gesetz­lich garan­tierte  Ver­gü­tung erhal­ten. Der Rest soll über den Eigen­ver­brauch abge­fan­gen wer­den, was bei grös­se­ren Anla­gen durch­aus pro­ble­ma­tisch sein kann. Dies bedeu­tet fak­tisch eine wei­tere, zusätz­li­che Kür­zung der Förderung.

Davon pro­fi­tie­ren vor allem die gros­sen Strom­an­bie­ter, die ihren Strom­mix haupt­säch­lich aus her­kömm­li­chen Kraft­wer­ken bezie­hen.
Letz­lich zei­gen sich hier die Ergeb­nisse der Arbeit der Strom­lobby. Die gros­sen Strom­an­bie­ter sehen sich vor allem im Som­mer mit der in ihren Augen erzwun­ge­nen Abnahme von Solar­strom, ins­be­son­dere in den teu­ren Mit­tags­stun­den, unter Druck gesetzt und befürch­ten fal­lende Ren­di­ten auf ihre Kraftwerke.

Diese radi­ka­len Kür­zungs­pläne der Regie­rung ent­set­zen nicht nur die Bran­chen­ver­bände, son­dern rufen auch bei Umwelt­ver­bän­den star­ken Pro­test her­vor. Die müh­sam über Jahre erar­bei­tete Vor­rang­stel­lung Deutsch­lands durch die För­de­rung der Solar­en­er­gie  ist in Gefahr und alle Her­stel­ler befürch­ten ver­hee­rende Wir­kun­gen. Ohne­hin in den letz­ten zwei Jah­ren stark durch asia­ti­sche Her­stel­ler unter Druck gera­ten, wer­den wei­tere Insol­ven­zen so immer wahr­schein­li­cher. Eine absurde Situa­tion, bedenkt man, dass die tech­no­lo­gi­sche Spit­zen­stel­lung deut­scher Betriebe letzt­lich durch die beson­dere För­de­rung hier­zu­lande erst mög­lich gemacht wurde und jetzt durch die dras­ti­schen Mass­nah­men der Regie­rung gefähr­det wird. Doch auch die klei­nen Instal­la­ti­ons­be­triebe sind von die­sen Plä­nen in ihrer Exis­tenz bedroht. Tau­sende Arbeits­plätze ste­hen auf dem Spiel und beson­ders in den neuen Bun­des­län­dern kön­nen die geplan­ten Ände­run­gen zu mas­si­vem Arbeits­platz­ab­bau führen.

Die Frage ist: will man die Ener­gie­wende? Oder will man die Pfründe der gros­sen Strom­kon­zerne schüt­zen und die Frag­men­ti­sie­rung der Strom­er­zeu­ger ver­hin­dern? Fakt ist, dass sich die Rol­len und Auf­ga­ben der Strom­kon­zerne durch eine ver­teilte  Pro­duk­tion von Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien durch unzäh­lige kleine Anla­gen ver­än­dert. Nicht Strom­er­zeu­ger, son­dern Strom-Vermittler und Strom-Carrier sind die neuen Auf­ga­ben der Kon­zerne. Zumin­dest in den Augen vie­ler Umwelt­ver­bände und Fach­leute. Doch weh­ren sich die Kon­zerne mit allen Mit­teln und sehen ihr jahr­zehn­te­al­tes Kern­ge­schäft in Gefahr.

Quel­len:
http://www.sma-sunny.com/2012/02/24/ueber-die-wahren-hintergruende-der-geplanten-foerderkuerzungen/
http://www.solarportal24.de/nachrichten_48657_prognos-studie_zur_photovoltaik-debatte__einheitstarif_fuer_s.html
http://www.solarserver.de/solar-magazin/nachrichten/aktuelles/2012/kw09/kuerzung-der-photovoltaik-verguetung-anwaltskanzlei-kommentiert-rechtliche-folgen-fuer-anlagenbetreiber.html
http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/details/beitrag/rttgen-rsler-vorschlag-zur-solarfrderung-unausgereift_100007257/
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817772,00.html

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